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Die neue Schutzengel-Post ist da

Liebe Leserin, lieber Leser!

Spätestens im Januar dieses Jahres musste uns klar sein, dass unser Freund Admir Ljescanin aufgrund seiner schweren Krebserkrankung nicht mehr an seinem Arbeitsplatz als Direktor und "Macher" des Centar Duga (Haus Regenbogen) in Kulen Vakuf zurückkehren wird. Er starb in der Nacht vom 18. zum 19. April im Alter von 48 Jahren und hinterlässt eine große Lücke, die kaum zu schließen ist.

Diese Ausgabe der "Schutzengel-Post" widmet sich deshalb in erster Linie den Verdiensten unseres Freundes, die verschiedene Redner bei einer bewegenden Trauerfeier im Kulturzentrum in Bihac zwei Tage nach seinem Tod gewürdigt haben. Sie ist aber auch – bei aller Trauer – eine Zusammenschau unserer erfolgreichen Arbeit im Kinderheim Centar Duga und im Familienprojekt "Duga Care".

Rund tausend Menschen haben Admir auf seinem letzten Weg auf dem Friedhof in Bihac begleitet. Das war für jeden von uns Gänsehaut pur. Es flossen viele Tränen. Wir haben mittlerweile nach Gesprächen mit dem Personal in Centar Duga die Nachfolge geregelt. Sabina, die Ehefrau von Admir, hat die Leitung des Kinderheimes übernommen. Sie war ja seit Gründung des Projektes in viele Internas eingeweiht und kennt sich aus. Freilich muss sie lernen. Und sie soll Zeit dabei haben. Albina, die Tochter der Ljescanins, kümmert sich jetzt um gefährdete Familien.

Admir hat durch vielfältige Aktionen dazu beigetragen, dass er fast ein Drittel unseres Jahresetats in Höhe von rund 300 000 Euro im eigenen Land gesammelt hat. Das war natürlich in diesem Jahr nicht möglich. Die Künstlerkolonie ist ausgefallen und viele andere Veranstaltungen auch, die er organisiert hat.

Deshalb bitten wir Sie, bei Ihrer Weihnachtsspende in diesem Jahr an uns zu denken. Wir wollen, dass Centar Duga auch die nächsten Jahre "überlebt". Es geht um 18 Arbeitsplätze und vorallem um die "vergessenen Kinder" aus dem Großraum Bihac, die ohne uns keine wirkliche Zukunft hätten. Man könnte sie sonst nur in einer anderen Einrichtung unterbringen, die über kein pädagogisches Konzept zur Genesung verfügt. Sie wären verwahrt, ruhig gestellt vielleicht, aber vor allem ohne liebevolle Zuwendung.

Ich danke Ihnen und wünsche ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

Günter Prantl
Vorsitzender „Schutzengel gesucht“ e.V. Träger des Bundesverdienstkreuzes

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