Schutzengel gesucht e.V.

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Spendenkonten:

Raiffeisenbank Roth-Schwabach
Konto: 30 64 700
BLZ: 764 600 15

Sparkasse Neumarkt
Konto: 80 65 294
BLZ: 760 520 80

Sparkasse Eichstätt
Konto: 20 11 04 41
BLZ: 721 513 40

Familienberichte

Bisher waren rund 50 Familien im Programm. Zurzeit sind es neun.

Familienpatenschaften sind möglich. Ab 25 Euro monatlich können Sie einer Familie helfen. Wir werden Ihnen halbjährlich von der Entwicklung Ihrer Familie berichten, und Sie als Spender können sie auch besuchen.

Hier drei Beispiele, wie geholfen werden kann:

Eine geschlagene Frau

Admira J. (Name geändert) aus K. ist eine allein erziehende Mutter, die in der Stadt lebt. Ihren Mann hat sie verlassen, da er sie und die Kinder (zwei und vier Jahre alt) immer wieder geschlagen hat. Sie flüchtete in ein Frauenhaus, in dem es aber keinen dauerhaften Platz für sie und ihre Kinder gab. Um zu verhindern, dass die Kinder vernachlässigt werden oder ins Heim müssen, wandte sich das zuständige Sozialamt an uns.

Admira ist trotz ihrer jungen Jahre (22 Jahre) sehr bemüht, eine gute Mutter zu sein. Sie fand eine möblierte Wohnung (rund 100 Euro Monatsmiete), die freilich besser sein könnte. Der ältere Sohn besucht bereits den Kindergarten. Monatlich wenden wir rund 220 Euro auf. Wir freuen uns, dass sich Admira liebevoll um ihre Kinder kümmert. Sie kocht jeden Tag und geht mit den Kleinen spazieren. Wenn sie Kleidung oder Spielsachen braucht, bekommt sie dies von uns. Admira bemüht sich, zumindest stundenweise einen Job zu finden, was aber angesichts der hohen Arbeitslosigkeit (über 50 Prozent) im Kanton Una-Sana (Großraum Bihac) sehr schwierig ist.

Ein Mann, der arbeiten möchte

Familie Muharemovic (Name geändert) lebt in der landschaftlich wunderschönen Gegend nördlich von Bihac und hat vier Kinder. Der Vater (Jahrgang 1969) konnte wegen des Krieges nach der Grundschule (acht Jahre) keine Ausbildung beginnen und wurde als Soldat eingezogen. Im Sommer verdient er Geld, indem er bei Nachbarn im Wald hilft oder handwerklich aktiv wird. Die Frau (Jahrgang 1970) hat vor dem Krieg in einer Textilfabrik in Slowenien gearbeitet. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Sie ist psychisch krank und wird mit Medikamenten behandelt, die wir bezahlen.

Die Familie bekam von der Wohnsitzgemeinde ein Grundstück zur Verfügung gestellt, auf dem sie ein kleines Haus baute. Alles hat der Vater mit seinen Söhnen im Kinds- und Jugendalter selbst aufgebaut. In einen Rohbau zog die Familie im Februar dieses Jahres trotz Frost und Schnee ein und bewohnt dort zurzeit zwei Zimmer. Es gibt noch keinen Strom- und Wasseranschluss. Wasser wird von den Nachbarn geholt, die gut 400 Meter entfernt wohnen.

Unsere Planung sieht vor, das Haus wirklich bewohnbar zu machen, denn die Vorstellung, bei Minustemperaturen unter einer Decke liegen zu müssen, ist bei uns nicht nachvollziehbar. Und wer kann sich hier bei uns vorstellen,ohne Strom- und Wasseranschluss auszuzkommen?

Da der 41-jährige Mann permanent auf Arbeitssuche und willig ist, zu arbeiten, soll er bei unserer dritten Beispielsfamilie helfen, ein Haus auszubauen. Sein Stundenlohn wird bei etwa 2,50 Euro liegen, den das Familienprojekt finanzieren möchte.

 

Stillstand durch Arbeitslosigkeit

Familie Batic (Name geändert) lebt mit sechs Kindern in Bihac. Vater M. arbeitete vor dem Krieg in einer Getreidemühle, die aber zerstört wurde. Er jobbt, wo immer es nur geht, doch eine feste Arbeit findet er angesichts der hohen Arbeitslosigkeit im Land (rund 50 Prozent) nicht.

Die Familie lebt in einem Haus, das M. vor dem Krieg zu bauen begann. Sie schläft in zwei Räumen, von denen einer auch als Küche dient (Holzofen). Die hygienischen Zustände sind sehr verbesserungswürdig (keine Klospülung, nur ein Wasserhahn). Allein für die Bücher und Unterrichtsmaterialien für den Schulbesuch der vier schulpflichtigten Kinder müssen rund 500 Euro pro Jahr aufgebracht werden, und die Familie hat die 2000 Euro bisher erbettelt oder sich am Mund abgespart.

Ziel unserer Arbeit ist es hier zu verhindern, dass eines der kleinen Kinder (drei und zwei Jahre alt) von der Familie getrennt wird.

Familienbericht für die Familie Batic

Nobember 2010

Anfang Oktober wurden die Bauarbeiten an der Erdgeschossrekonstruktion aufgenommen. Der Bauherr ist die gleiche Firma gewesen, die auch vorher den Dach rekonstruiert hatte. Es wurde eine komplette Rekonstruktion vereinbart: der Boden wurde mit Isolation gelegt, im Schlafzimmer wurde eine Wand angebracht, drei Doppelfenster, zwei Zimmertüren wurden eingebaut. Die Wände wurden komplett verputzt, und ein Schornstein wurde in neuen Zimmern gebaut. Die gleiche Baufirma hat auch den Hauseingang und das Bad rekonstruiert. Im Bad wurden neue Wasser- und Stromleitungen gelegt, eine neue Badewanne, Toilettenschüssel, Wasserheizer und ein Spülbecken wurden eingebaut. Es wurden auch eine neue Tür am Badezimmer angebracht, und Wand- und Bodenfliesen wurden gelegt. Ende Oktober sind alle Bauarbeiten am Haus der Familie Batic fertiggewesen. Diese Arbeiten wurden die ganze Zeit vom Regen verfolgt, doch, zum Glück, wurde keines der Kinder krank. Die Gesammtkosten der Renovierung betrugen 8.800,00 KM, wovon

  • Der Dach 1.500,00KM kostete,
  • Die komplette Rekonstruktion des Bades mit Sanitarzubehör betrug 2.600,00KM,
  • Drei Zimmer mit Fenstern, und Boden mit Isolation nahmen 4.700,00KM ein.

Da diese Familie keine dazugehörigen Möbel besass, kauften wir die nötigen Sachen im Gesammtwert von 2.800,00 KM, und zwar folgendes:

  • Ein dreitüriges Schrank, den Muhamed angefertigt hat, im Wert von 600,00 KM,
  • Doppelbetten hat Ceco gebaut, die 700,00 KM gekostet haben,
  • Die Bettmatrazen kosteten 340,00 KM,
  • Die Waschmaschine kostete 419,00KM,
  • Ein ausziehbares Sofa: 250,00KM und
  • Eine Küche mit Arbeitsfläche, Wasserhahn und Spülbecken: 550,00 KM (mit eingerechnet ist der Anbaudienst).

Wir wollten eigentlich gebrauchte Möbel kaufen, doch in Bihać gibt es keinen Laden, der solche gebrauchte Sachen verkauft. Wir hätten auch diese per Inserat kaufen können, doch das würde lange dauern. Wie man sehen könnte, musste man hier schnell die nötigen Wohnverhältnisse schaffen. Im Heim Regenbogen gibt es einige unbenützte Teppiche, wovon ich ein Paar zu dieser Familie gebracht habe. Familie Batic ist jetzt sehr glücklich, zufrieden und dankbar, dass sie so viel in kurzer Zeit bekommen haben, und sagen, dass sie früher von solchen gemütlichen Lebensverhältnissen nur träumen konnten. Die Mutter geht jeden Tag zur Volksküche, wo sie eine Mahlzeit für ihre Familie bekommt. Das Lebensmittelpaket, Hygiänezubehör und Windeln bringe ich ihnen regelmässig jeden Monat.

Auskunft zu diesen Familienangelegenheiten erteilt
Arno Heider, (0 91 22) 88 53 44 oder E-Mail: arno.heider(at)t-online.de.

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