Familienberichte

Bisher waren rund 60 Familien im Programm. Zurzeit sind es 12 (Stand August 2014).

Familienpatenschaften sind möglich. Ab 25 Euro monatlich können Sie einer Familie helfen. Als Spender können Sie die Familien auch besuchen.

Hier drei Beispiele, wie geholfen werden kann:

Eine geschlagene Frau

Admira J. (Name geändert) aus K. ist eine allein erziehende Mutter, die in der Stadt lebt. Ihren Mann hat sie verlassen, da er sie und die Kinder (zwei und vier Jahre alt) immer wieder geschlagen hat. Sie flüchtete in ein Frauenhaus, in dem es aber keinen dauerhaften Platz für sie und ihre Kinder gab. Um zu verhindern, dass die Kinder vernachlässigt werden oder ins Heim müssen, wandte sich das zuständige Sozialamt an uns.

Admira ist trotz ihrer jungen Jahre (22 Jahre) sehr bemüht, eine gute Mutter zu sein. Sie fand eine möblierte Wohnung (rund 100 Euro Monatsmiete), die freilich besser sein könnte. Der ältere Sohn besucht bereits den Kindergarten. Monatlich wenden wir rund 220 Euro auf. Wir freuen uns, dass sich Admira liebevoll um ihre Kinder kümmert. Sie kocht jeden Tag und geht mit den Kleinen spazieren. Wenn sie Kleidung oder Spielsachen braucht, bekommt sie dies von uns. Admira bemüht sich, zumindest stundenweise einen Job zu finden, was aber angesichts der hohen Arbeitslosigkeit (über 50 Prozent) im Kanton Una-Sana (Großraum Bihac) sehr schwierig ist.

Ein Mann, der arbeiten möchte

Familie Muharemovic (Name geändert) lebt in der landschaftlich wunderschönen Gegend nördlich von Bihac und hat vier Kinder. Der Vater (Jahrgang 1969) konnte wegen des Krieges nach der Grundschule (acht Jahre) keine Ausbildung beginnen und wurde als Soldat eingezogen. Im Sommer verdient er Geld, indem er bei Nachbarn im Wald hilft oder handwerklich aktiv wird. Die Frau (Jahrgang 1970) hat vor dem Krieg in einer Textilfabrik in Slowenien gearbeitet. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Sie ist psychisch krank und wird mit Medikamenten behandelt, die wir bezahlen.

Die Familie bekam von der Wohnsitzgemeinde ein Grundstück zur Verfügung gestellt, auf dem sie ein kleines Haus baute. Alles hat der Vater mit seinen Söhnen im Kinds- und Jugendalter selbst aufgebaut. In einen Rohbau zog die Familie im Februar dieses Jahres trotz Frost und Schnee ein und bewohnt dort zurzeit zwei Zimmer. Es gibt noch keinen Strom- und Wasseranschluss. Wasser wird von den Nachbarn geholt, die gut 400 Meter entfernt wohnen.

Unsere Planung sieht vor, das Haus wirklich bewohnbar zu machen, denn die Vorstellung, bei Minustemperaturen unter einer Decke liegen zu müssen, ist bei uns nicht nachvollziehbar. Und wer kann sich hier bei uns vorstellen,ohne Strom- und Wasseranschluss auszuzkommen?

Da der 41-jährige Mann permanent auf Arbeitssuche und willig ist, zu arbeiten, soll er bei unserer dritten Beispielsfamilie helfen, ein Haus auszubauen. Sein Stundenlohn wird bei etwa 2,50 Euro liegen, den das Familienprojekt finanzieren möchte.

Stillstand durch Arbeitslosigkeit

Familie Batic (Name geändert) lebt mit sechs Kindern in Bihac. Vater M. arbeitete vor dem Krieg in einer Getreidemühle, die aber zerstört wurde. Er jobbt, wo immer es nur geht, doch eine feste Arbeit findet er angesichts der hohen Arbeitslosigkeit im Land (rund 50 Prozent) nicht.

Die Familie lebt in einem Haus, das M. vor dem Krieg zu bauen begann. Sie schläft in zwei Räumen, von denen einer auch als Küche dient (Holzofen). Die hygienischen Zustände sind sehr verbesserungswürdig (keine Klospülung, nur ein Wasserhahn). Allein für die Bücher und Unterrichtsmaterialien für den Schulbesuch der vier schulpflichtigten Kinder müssen rund 500 Euro pro Jahr aufgebracht werden, und die Familie hat die 2000 Euro bisher erbettelt oder sich am Mund abgespart.

Ziel unserer Arbeit ist es hier zu verhindern, dass eines der kleinen Kinder (drei und zwei Jahre alt) von der Familie getrennt wird.